Von Renate Lück

Wenn es nicht so traurig wäre, würde man sagen: Es ist dumm gelaufen. Aber Kirsten T. hat sich statt Liebe Gewalt eingehandelt. Nach einer Schreckensphase kann sie mit Hilfe von „Nachbarn in Not“ ein neues Leben beginnen.
Die 36-Jährige hatte in Hamburg einen netten Mann kennengelernt und kam der Liebe wegen in den Süden. Aber ihre Blütenträume zerplatzten unter den Schlägen ihres neuen Partners. Fast drei Jahre ertrug sie diese Gewalt, dann suchte sie Schutz in einem Frauenhaus. Als sie sich wieder gefangen hatte, mietete sie sich in einer Pension ein. Da dies jedoch ihre Finanzkraft überstieg, suchte Kirsten T. ein Zimmer zur Untermiete und zog aus. Eine befreundete Familie half ihr, wenigstens einen Teil der Miete zu bezahlen.
Zum Jahresanfang fand sie auch eine Arbeitsstelle als Verkäuferin, worüber sie sehr glücklich ist. So fängt sie ein neues Leben an. In dem Zimmer kann sie bleiben, bis sie sich eine eigene Wohnung leisten kann. Da hat sie Ruhe, aber auch die Möglichkeit, mit jemandem zu reden, wenn ihr danach zu Mute ist.
Nur die Finanzen machen ihr noch Sorgen. Die Sozialarbeiterin hat für sie ALG II-Leistungen beantragt, doch die Pensionsmiete kann nicht im Nachhinein übernommen werden. Rücklagen hat sie keine, da sie von ihrem Ex-Partner geflohen ist. Deshalb baten sie „Nachbarn in Not“, hier zu helfen.

Für Kirsten T. fängt ein neues Leben an