Von allen Seiten nur Forderungen

von Renate Lück

„Nachbarn in Not“ muss manchmal wirklich bei größter Not helfen, zum Beispiel Simona B. Die 45-jährige hat zwei erwachsene Kinder und eine Tochter, die noch zur Schule geht. Die lebt bei einer Pflegefamilie, denn ihre Eltern sind geschieden und ihre Mutter muss deshalb arbeiten gehen. Doch das fällt ihr aus gesundheitlichen Gründen immer schwerer.

Sie leidet vor allem unter einer chronischen Lungenkrankheit, die sie sehr beeinträchtigt. Da sie keine Ausbildung hat, arbeitete sie meistens als Produktionshelferin. Bei der ersten Firma wurde ihr gekündigt, als keine Aufträge mehr hereinkamen. Die nächste Stelle bekam sie von einer Zeitarbeitsfirma, aber nur befristet.

Dann suchte sie wieder eine Stelle, musste aber nach wenigen Wochen aufhören, weil sie die Arbeit körperlich nicht schaffte. Da sie dort einen Aufhebungsvertrag unterschrieben hatte, wurde ihr vom Arbeitsamt das Arbeitslosengeld gesperrt. Das ist bis zu zwölf Wochen möglich. Sie hatte wohl den Inhalt des Vertrages nicht verstanden, denn der Arbeitgeber umgeht damit den Kündigungsschutz.

Nun kam Simona B. finanziell in Schwierigkeiten. Sie hatte mit ihrem Stromanbieter eine Ratenzahlung vereinbart, die sie nicht mehr einhalten konnte. „Sie ist zur Zeit so krank, dass sie nicht mehr arbeiten kann und eigentlich zur Reha müsste“, schreibt die Sozialarbeiterin, die sie betreut.

Simona B. bekommt Bürgergeld, kann aber die Freibeträge nicht nutzen, da sie keine Arbeit hat. Selbst das Fahrgeld kann sie nicht bezahlen, um ihre Tochter zu besuchen, nicht einmal zum Geburtstag. Die Sozialarbeiterin konnte inzwischen die Forderung des Stromanbieters etwas herunterhandeln und bittet die Hilfsorganisation nun, den Restbetrag zu übernehmen.

Würdigung Ehrenamt

von Jürgen Wegner

Die FDP Sindelfingen hatte den Preis iniitiert. Preise erhielten der Verein der Weihnachtssession, Redaktionsteam der Quartiersarbeit und die Jugendbürgerstiftung.

Für Bedürftige in den Stadtteilen

von Renate Lück

Der gewählte Vorsitzende des Maichinger Kirchengemeinderats von St. Anna, Rainer Steimann, schrieb vor Weihnachten an Biggi Haug: „Wir haben in einer kürzlichen Gremiumssitzung beschlossen, einen Betrag von 2.000 Euro an „Nachbarn in Not“ zu spenden. Wir haben uns vorgestellt, dass mit diesem Betrag bedürftigen Familien bzw. Alleinerziehenden mit Kindern für Weihnachten eine Freude gemacht wird.“

In einem persönlichen Gespräch erklärt er: „Wir haben einen Topf aus Kollekten für karitative Zwecke. Die Hälfte bekommt die Caritas Rottenburg-Stuttgart, die andere Hälfte bleibt bei der Kirchengemeinde. Und wir haben uns für „Nachbarn in Not“ entschieden, denn wir wollten neben unseren Projekten im Ausland auch Notleidende vor Ort unterstützen.“ Das bestätigen auch Peter Starting, Kirchengemeinderat und im Dekanat engagiert, und Kirchenpflegerin Melanie Hoepfner. Schließlich kenne man das Sindelfinger Projekt aus der Zeitung. Dass es in einem reichen Land wie Deutschland bedürfte Menschen gibt, die sich manchmal die wichtigsten Dinge nicht leisten können, sei schlimm. In diesem Sinne unterstützt die Gemeinde auch den Magstadter Tafelladen. Das gehen aber nicht jedes Jahr, denn die Einnahmen der katholischen Kirche würden nicht größer.

Aber auch die GSV-Chöre „Glanztöne“ und „Phönixstimmen“, die in St. Anna ein Konzert mit dem Titel „Church, Pop & more“ gegeben hatten, vereinbarten sowohl mit der katholischen wie auch mit der evangelischen Gemeinde, einen Teil der Einnahmen ebenfalls an die Sindelfinger Hilfsorganisation zu spenden. Schließlich werden auch Bedürftige in ihren Stadtteilen bedacht.

Dass es die gibt, wissen sie aus ihren Angeboten im Familienzentrum in der Hermann-Kurz-Straße. Da werden Kurse angeboten zur Formularhilfe sowie Ältere und Alleinstehende unterstützt und auch der AK Asyl bekommt einen Raum.

Haben 2000 Euro für „Nachbarn in Not“ gespendet (von links): Kirchengemeinderat Rainer Steimann, Kirchenpflegerin Melanie Hoepfner und Kirchengemeinderat Peter Starting.

Rotary Club Sindelfingen

Seit einigen Jahren spenden die Mitglieder des Rotary Clubs Sindelfingen zur Weihnachtszeit 3500 Euro an die Hilfsorganisation „Nachbarn in Not“. Sie wollen damit entsprechend ihren Statuten Bedürftigen eine Freude machen.

Auf dem Foto: Axel Schütte, Raymond Chow, Carmen Bühl, Henriette Huster-Baumann, Marc-Bennett Braumann, Peter Braumann, Anna Walker, Giovanni Baruzzi, Ruben Walker mit Bora an der Leine, Christoph Walker und Pauli Widmann

Unterstützung für den Start in ein neues Leben

von Renate Lück

Nach einer schlimmen Jugend, deren Bedrückungen sie immer wieder einholen, und zusätzlichem Mobbing am Arbeitsplatz will Nicole M. im neuen Jahr ein neues Leben beginne. „Nachbarn in Not“ unterstützte sie dabei.

Zuerst half ihr eine gemeindepsychiatrische Organisation, in der sie unterkommen konnte, und die Behandlung in einer psychosomatischen Klinik. Da lernte die als Bürokauffrau ausgebildete 30-jährige, ihre Fähigkeiten zu erkennen und die momentanen Einschränkungen zu bearbeiten, sodass sie sich stabil genug fühlt, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Doch aus der Umgebung, in der sie nicht gut behandelt wurde, wollte sie weg.

Durch Bekannte fand sie kurzfristig eine bezahlbare Wohnung in einer anderen Stadt. Da sie in den letzten Jahren in einem möblierten WG-Zimmer wohnte, besitzt sie allerdings so gut wie keine eigenen Möbel und Haushaltsgeräte. Rücklagen hat sie auch nicht, da viele Ausgaben in den letzten Monaten für ihre Gesundheit nötig waren. Um den Umzug zu bewältigen, bat die Sozialarbeiterin „Nachbarn in Not“ um einen Zuschuss. Der wurde gern gewährt, damit Nicole M. nun mutig in einen erfreulicheren Lebensabschnitt starten kann.

Jedes Jahr wieder erreicht uns eine Spende von A.T. Iser GmbH – vielen Dank!!!!

Auf dem Bild Geschäftsführer Thomas und Andreas Iser