Von Renate Lück


Petra Braun ist examinierte Altenpflegerin.
Als sie noch als Pflegehelferin beim DRK
arbeitete, lernte sie „Nachbarn in Not“
kennen. Da besuchten in der Weihnachtszeit
Dr. Roswitha Seidel, Felicitas Röntgen und
Heide Müller einen ihrer Patienten, der nicht
allein aus dem Bett kam. „Ich habe mich da
mit einer der Damen unterhalten, die mir
erklärte, wer oder was die Hilfsorganisation
ist, und dachte, das ist eine gute Idee. Das
weiß man ja so gar nicht, wie viele arme
Leute es gibt.“ Seitdem spendet sie
regelmäßig einen kleinen Betrag. Denn so
dicke hatte sie es auch nie.
Nach dem Abitur arbeitete sie als
Werkstudentin bei der Firma mit dem Stern,
zuerst in der Kantine, dann im Büro. Dann
heiratete sie, die Kinder kamen, doch die Ehe
zerbrach. Nach der Trennung steuerte sie die
Ausbildung zur Altenpflegerin an. Da war sie
44 Jahre alt. Sie absolvierte einen
Schwesternhelferin-Kurs und bekam einen

Halbtags-Job. Als Helferin durfte sie aber
keine Medikamente geben nicht spritzen.
Deshalb setzte sie die Ausbildung fort und
arbeitete anschließend in der ambulanten
Pflege.
Nach etlichen Stürzen und Verletzungen war
der Einsatz in alten Häusern ohne Fahrstuhl
zu beschwerlich. Vorübergehend wurde sie
arbeitslos, bis sie eine Stelle als
Betreuungsassistentin in einem Heim erhielt.
Im vorigen Jahr ging sie in Rente. „Ich hatte
auch manchmal Angst, unter der Brücke
hausen zu müssen. Ich weiß, wie das tut, kein
Geld zu haben“, sagt Petra Braun. Aber hier
sei sie sicher, dass die Spende richtig
ankomme.

„Ich weiß, wo es ankommt“