B e r i c h t  über das Jahr  2 0 1 8

Dr. Roswitha Seidel

…Und es läuft und läuft und läuft…

war die Überschrift zu einem Fall für die vorweihnachtlichen Vorstellungen in der SZ/BZ. Obwohl ich diesen Fall ja selbst ausgesucht hatte, war ich kurzfristig gespannt auf das, was da läuft und läuft: Nicht der VW Käfer. Weit gefehlt, gemeint war der Fall eines alleinlebenden, schwerbehinderten Mannes, dessen WC – Spülung von ihm unbemerkt schon lange Zeit defekt war! Gepasst hätte es aber auch zu dem höchst erfreulichen Spendenfluss vor allem im Dezember.

Auf diesen sprudelnden Spendenfluss möchte ich im Folgenden gleich eingehen, denn das Resultat ist für uns besonders erfreulich. Unser Finanzchef Ernst Gießler bedankte sich diesbezüglich in einer Rundmail mit dem treffenden Satz: „Der Erfolg hat viele Mütter und Väter, hinter dem tollen Ergebnis steckt viel Detailarbeit. Dank allen, die mitgewirkt haben“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich möchte im Folgenden die wichtigsten Zahlen herausstellen.

Höchste Zahl an Spenden und Spendern

Wir hatten in 2018 ein Spendenaufkommen von 235.151 Euro, so viel Geld wie in keinem der Vorjahre. Dies bedeutet eine Zunahme der Spenden um 19%. Auch nahm die Zahl der Spender zu: Obgleich deren Zunahme mit 5,9% vergleichsweise niedrig war, hatten wir noch nie so viele Menschen, die an Nachbarn in Not gedacht haben. Mehr zu den Finanzen anschließend im Kassenbericht. Wir konnten mit diesem Betrag fast 2.000 Mal auf die vielfältigste Weise helfen und ermöglichten vielen Menschen etwas mehr Normalität und Sicherheit in ihrer persönlichen Lebenssituation!

Diese Zahlen sind für uns besonders erfreulich, weil sie uns zeigen, dass wir weiter auf dem richtigen Weg sind. Sie zeigen aber auch, dass es vielen spendenwilligen Menschen in unserer wirtschaftsstarken Region gut geht. Diese Menschen sind bereit, an den weniger begünstigten Nachbarn zu denken, um ihm durch eine Spende die Teilhabe an einem etwas besseren Leben zu ermöglichen. Traurig bleibt allerdings, dass es in unserer Umgebung überhaupt so viel Not gibt.

Nicht vergessen darf ich, dass ein Teil unserer Einnahmen nicht nur Spenden sind, sondern dass ein Teil auch dem Engagement von NIN-Vereinsmitgliedern geschuldet ist: Basar und Baumverkauf bei der Fa. Walker waren sehr erfolgreich. In 15 Jahren haben wir bei unserem Basar insgesamt 93.678 Euro erwirtschaftet, im gleichen Zeitraum erbrachte der Weihnachtsbaumverkauf bei der Fa. Walker 50.803 Euro.

Blicken wir auf die letzten 35 Jahre zurück, so können wir mit einem gewissen Stolz berichten, dass wir schon mehr als 4 Millionen Euro für Bedürftige ausgegeben haben. Damit konnten wir 62.311 Mal kleinere und größere Beträge im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bereitstellen.

Zunahme der Alleinerziehenden

In den Medien wird viel und berechtigt über eine Zunahme der Armut in der Bevölkerung berichtet. Hierzu stellte mir Carmen Bühl eine Broschüre der Caritas zur Verfügung, in der es um die „Armutslagen in Baden Württemberg“ geht und ganz allgemein um das Armutsrisiko. Daraus entnehme ich die folgenden Zahlen:

In Baden-Württemberg gelten 10,5% der Bevölkerung als armutsgefährdet. Dabei ist bekanntlich die Altersarmut deutlich gestiegen, und dies besonders bei Frauen.

Ich will jedoch auf die Zunahme der Armut bei den Alleinerziehenden hinweisen. Die Zahlen in der Broschüre der Caritas sind zwar etwa zwei Jahre alt, doch erkennt man daraus eine Tendenz und diese bestätigt auch unsere Feststellung das Jahr über: Immer mehr Alleinerziehende geraten in Not. Allein von 2014 bis 2016 verdoppelte sich die Zahl der Betroffenen. Auch wir sehen eine deutliche Zunahme dieser von Armut betroffenen Gruppe.

Anlässe und Aktivitäten für Nachbarn in Not

Erfreulicher ist die Reaktion der Bevölkerung auf unsere Fallvorstellungen in der SZ. Diese erscheinen ziemlich regelmäßig in der Zeitung, Aktualität hat dort natürlich den Vortritt und NIN wird deswegen auch mal geschoben. Ich kann auf meinem Besucherzähler der Homepage aber genau sehen, wie die Zahl der User steigt, nachdem ein Bericht in der Zeitung gekommen ist: eine gewisse Abhängigkeit besteht jedenfalls. Trotzdem bleiben wir dankbar, dass die Zusammenarbeit mit unserer Zeitung so gut ist.

Anlässe: Bei vielen schönen Anlässen aber auch in traurigen Momenten spenden viele Mitbürger, uneigennützig und im Ergebnis erfreulich: Bei sechs Geburtstagen baten die Geburtstagskinder statt Geschenken um eine Spende für unseren Verein, ebenso dachten die Hinterbliebenen bei sechs Trauerfällen an Nachbarn in Not.

Aktivitäten: Vielfältig bunt beginnt die Weihnachtszeit mit einer großen Zahl an netten Ideen, aber auch die Narrenzunft, der Fasching als Kontrastprogramm, lässt die Beine schwingen für den guten Zweck. Unser Baumverkauf bei der Fa. Walker und der Wintermarkt (Basar) brachten, wie schon ausgeführt, sehr erfreuliche Ergebnisse. Nachbarschaftsfeste, verschiedenste sportliche Aktivitäten in Sindelfingen und auch Böblingen, Veranstaltungen von Sportvereinen oder auch kulturelle Veranstaltungen spülen Geld in die Kasse, und sehr viele Firmen spenden das Jahr über und vor Weihnachten für NIN. Ganz besonders treu ist die Familie Ahr. Immer zum Basar bringen sie uns wie selbstverständlich ohne viele Worte einen dicken Scheck! Noch viele Namen und Aktivitäten könnten aufgezählt werden. Man kann aber bei Interesse immer auf unserer Homepage nachsehen.

Besonders herausheben will ich das Geschenk des gut erhaltenen VW Golf, Jahrgang 1971, den uns der pensionierte Augenoptiker Werz aus Magstadt und seine 93-jährige Mutter zum Versteigern gaben. Ein Autosammler aus Sindelfingen hat ihn für 2.300 Euro erworben.

In der bunten Vielfalt der Aktivitäten will ich die Spende der 11-jährigen Lisa nicht unerwähnt lassen: sie ließ vom ersparten Taschengeld 20 Euro an NIN überweisen!

Dank an alle Beteiligten

Zum Schluss ist es mir wie immer sehr wichtig, allen zu danken, die sich so sehr für das Gelingen und den geregelten Ablauf unserer Arbeit einsetzen.

  • Allen voran danke ich unserer Geschäftsführerin Biggi Haug für den freundschaftlichen und ehrlichen Umgang. Bei der Betragshöhe in den Anträgen der Ämter – wenn wieder mal nur „nach Ermessen“ als Anfrage steht – oder beim Ablehnen eines anderen Antrags haben wir fast immer gleiche Vorstellungen. Ihnen, liebe Biggi Haug, ist keine Arbeit, kein Weg zu viel – für mich sind Sie nicht mehr wegzudenken.
  • Dank an alle anderen Mitarbeiter*innen: an Renate Lück unsere Geschichtenschreiberin, Du bezeichnest Dich und Deine Berichte selbst als — Zitat — „Außenschaufenster, bemüht, einen Hauch des Geschriebenen an die Öffentlichkeit zu bringen“. Mit Erfolg!
  • Carmen Bühl, meine Vertreterin, ist wie eh und je sehr engagiert, dankenswerter Weise bei den Weihnachtswünschen, der Vergabeliste und vielem mehr.
  • Großes Dankeschön an Sonja Ehmann, die seit vielen Jahren bekanntlich verantwortlich ist für den Basar und mit viel Liebe das Jahr über ihre Ideen umsetzt – wenn sie nicht gerade auf Reisen ist.
  • Doris Martini setzt sich ein als zusätzliche Hilfe für Biggi Haug und ist ein Bindeglied für den Finanzchef und uns zur Volksbank.
  • Unserem Finanzchef Ernst Gießler mein herzlicher Dank: Sie haben die große Verantwortung für das viele Geld und Sie sind besonders bei den großen Beträgen die oberste Instanz, also sehr wichtig.
  • Markus und Nikol Döttling bemühen sich erfreulicher Weise um unsere Präsenz in Facebook, um neue Spenderschichten für NIN zu gewinnen. Und sie werben jetzt auch auf den Sindelfinger und Maichinger Märkten mit einem Stand, aktiv unterstützt von Biggi Haug.
  • Und last but not least Dank an unseren Chefredakteur Jürgen Haar, der für Nachbarn in Not immer aufgeschlossen ist und manchmal auch als Berater fungiert und durch Dich, lieber Jürgen, danke ich gleichzeitig der Sindelfinger Zeitung.
  • Nicht direkt zum Team gehört Christine Jourdan vom Sozialamt. Sie ist für NIN das ganze Jahr über mit im Einsatz und ist für uns stets ansprechbar. Während unserer Ferien gibt sie in dringenden Fällen im Rahmen ihrer langjährigen Erfahrung die angemessene Hilfe.

Zum Schluss bleibt mir noch zu wünschen, dass unsere Einnahmen dieses Niveau in etwa halten können, damit wir weiter so erfolgreich unseren Nachbarn helfen können! Kurz – dass NIN läuft und läuft und läuft!

Bericht über den Weihnachtsbasar bzw. Wintermarkt

von Sonja Ehmann

Vom Weihnachtsbasar zum Wintermarkt in 2018 Neuer Name, mal wieder ein neuer Standort und damit eine neue Dekoration für uns. Das heißt, unsere langjährigen Kunden mussten uns zuerst einmal wieder finden. Auch diese neue Herausforderung hat das gesamte Team mit Bravour gemeistert!
Wie schon im vergangenen Jahr hatte uns der Rotary Club mit einer Losverkaufs – Aktion unterstützt. Unsere jugendlichen Helfer haben sich nochmals tatkräftig für den Losverkauf unter der Woche eingesetzt, worauf wir sehr stolz sind.
Im Bereich der gebrauchten Spielsachen konnten wir dank der Sammelaktion der Löwenapotheke auch wieder einiges anbieten. Durch einen Glücksfall konnten wir an eine großzügige Sachspende an Stoffen herankommen, die wir auf dem Stand anbieten konnten.
Nun zurück zu unserem eigentlichen Schwerpunkt in den Bereich der Bastel- und Handarbeiten. Unser eingespieltes Team hatte vielfältige Ideen gesammelt und auch umgesetzt. Seien es die Weihnachts- bzw. Grusskarten, geschmückte Windlichter mit gedrechselten Deckeln, bestickte Nikolaussäcke gefüllt mit gespendeten Walnüssen oder auch die allseits gefragten Holzarbeiten aus Sindelfinger Holz. Sowie andere schöne Dinge zur weihnachtlichen Dekoration oder zum Verschenken.
Der neue Ansatz mit Wintermarkt anstatt Weihnachtsbasar war allerdings auch mit einer verkürzten Laufzeit von 5 Tagen anstatt 8 Tagen eine Herausforderung. Wenn man bedenkt, dass der organisatorische Aufwand gleich groß wie früher war, konnten wir bei verkürzter Laufzeit den Umsatz pro Tag deutlich steigern gegenüber den Vorjahren. Aber am Gesamtumsatz hat es sich allerdings bemerkbar gemacht.
Alle Beteiligte haben einen enormen Beitrag geleistet damit der Wintermarkt wieder ein voller Erfolg werden konnte.
Aus dem Verkauf der Spielsachen, Bastel- und Handarbeiten sind
6.260 € und aus dem Losverkauf des Rotary Clubs sind
3.500 €
eingenommen worden.

Sonja Ehmann