Von Renate Lück

Andreas P. leidet unter Panikattacken, sodass er alle Situationen mit vielen Menschen meidet. Für ihn am schlimmsten ist Busfahren, weshalb er viele wichtige Termine nicht wahrnehmen kann. „Nachbarn in Not“ half mit einem Zuschuss zu einem Moped.

Die Angststörungen kommen wahrscheinlich von seinen Erlebnissen in der eigenen Familie. Der Vater war Alkoholiker und prügelte oft auf seine Frau ein, sodass der Sohn schon als Achtjähriger versuchte dazwischenzugehen. Andreas P. lernte Installateur und machte sich sogar selbstständig, aber die posttraumatischen Belastungsstörungen blieben, sodass er seit langer Zeit in psychotherapeutischer Behandlung ist. Zum Glück wohnt sein Therapeut am selben Ort, sodass er dorthin laufen kann. Arbeiten kann er zur Zeit nicht, was ihn sehr belastet. Er lebt von Arbeitslosengeld II und bekommt vielleicht noch eine Erwerbsminderungsrente.

Eigentlich müsste er dringend zu einem Facharzt für Psychiatrie, der ihn medikamentös richtig einstellt. Aber im Bus oder Zug bekommt er Schweißausbrüche, Durchfall und Atemnot, sodass er bei der nächsten Station aussteigen muss. Autofahren könnte er, doch dafür reicht sein Budget nicht. So fragte die Sozialarbeiterin, die ihn zu Hause besucht, bei „Nachbarn in Not“ an, ob ein Zuschuss zu einem gebrauchten Moped möglich wäre. Der Handwerker ist geschickt genug, kleine Reparaturen selbst auszuführen. Das würde ihm sehr helfen, seinen Aktionsradius zu erweitern, sodass er zu wichtigen Terminen fahren könnte.

Zusätzlich brauchte er neue Brillengläser, weil sich die Sehstärke verschlechterte. Der Zuschuss ist ein richtiges Weihnachtsgeschenk, das das Leben demnächst leichter machen wird.

Wie ein Moped helfen kann