Es könnte alles so schön sein, wenn der Familienvater nicht so krank und das Geld nicht so knapp wäre. „Nachbarn in Not“ wird mit jährlichen Spenden der Seniorenliste helfen.

Stefan G. leidet inzwischen unter zehn verschiedenen Krankheiten. Das Schlimmste ist das Rheuma. Selbst dreimaliges Morphium täglich macht die Schmerzen nicht erträglich. Eine zusätzliche Schmerzlinderungstherapie verbessert nur minimal den Zustand. Nachts bekommt er keine Luft und kann kaum schlafen. Er ist zu 100 Prozent schwerbehindert und bekommt eine Erwerbsminderungsrente. Seine Frau geht schon seit Längerem putzen. In der Firma fühlt sie sich sehr wohl. Denn wenn es ihrem Mann sehr schlecht geht, darf sie zu Hause bleiben, um sich um ihn zu kümmern. Die beiden Kinder machen den Eltern viel Freude. Sie sind fleißig in der Schule. Der Älteste wird dieses Jahr Abitur machen, die Jüngste besucht die Realschule.

Neben der Rente des Vaters lebt die Familie von Kindergeld, Wohngeld und dem Einkommen der Mutter. Doch diesen Monat kam es wieder dicke. Stefan G. musste einen Eigenanteil zum letzten Krankenhausaufenthalt bezahlen sowie die Schmerzlinderungstherapie. Außerdem schlug eine Stromnachzahlung ins Kontor. Dadurch kam die vierköpfige Familie nicht mehr über die Runden. Die Sozialarbeiterin händigte ihnen erst einmal Lebensmittelgutscheine aus und bat den Vorstand von „Nachbarn in Not“, Stefan G. in die Seniorenliste aufzunehmen, damit er die jährlichen Medikamentenzuzahlungen und krankheitsbedingten Kosten leichter bewältigen kann.

Aus der SZ/BZ vom6.4.2018, von Renate Lück.

Wenn es vorne und hinten nicht reicht