Von Renate Lück

In der Adventszeit 2012 hatte Angelika Heck das erste Mal ihre Nachbarschaft in ihre Garage zu Schmalzbroten und Glühwein eingeladen. „Wir laufen sonst immer nur aneinander vorbei und kennen uns gar nicht“, hatte sie gedacht. Schon damals stand eine Spendenbüchse für „Nachbarn in Not“ neben den Getränken. Die Idee schlug so ein, dass sie dann auch im Sommer ein Straßenfest organi­sierten. Und nun wieder in Garage und Hof.

Ein Jahr hatte sie ausgesetzt, weil ihre Mutter gestorben war. Doch nun bat sie die Nachbarn rund um den Hanfäckerweg, Freunde aus ihrer Jugendzeit und aktuelle Freundschaften sowie ihre Kollegen aus der Firma Andritz MeWa in Gechingen zu ihrer urigen Party.

Nachbar Georg Dull kam sogar mit seiner Gitarre und sang amerikanische Schlager, ging aber rein akustisch unter, als der Hof voller Menschen war. 62 Personen begrüßte die Gastgeberin mit großer Herzlichkeit. Ein Ehepaar wohnt zwei Querstraßen weiter und kam zum ersten Mal. Sie beiden staunten über die brennenden Holzscheite in den gusseisernen Töpfen und fühlten sich in der fröhlichen Menge wohl.

Angelika Heck hatte die Getränke und Würstchen und alles, was dazu gehört, im Großhandel gekauft und zog die Ausgaben später von den Spenden ab.

Ein Nachbar stand am Grill. Glühwein und Kinderpunsch wurden in der Garage jeweils nachgefüllt, wenn der Topf drohte, leer zu werden. Da durfte jede durstige Seele ran, die das bemerkte. Und dann standen die Gäste zusammen und unterhielten sich, während die Kinder versuchten, Stockbrot zu braten. Von „Nachbarn in Not“ kam eine Mitarbeiterin und berichtete über die aktuellen Probleme, besonders über drei Familien, die ihre Wohnung wegen Eigenbedarfs verloren hatten. Wie schwierig es ist, in Sindelfingen eine Wohnung zu bekommen, verstanden alle. Und so spendeten sie reichlich, sodass am Schluss 525 Euro Reingewinn übrig blieben.

Urige Party zugunsten von „Nachbarn in Not“