Nachbarn in Not unterstützt Mutter und ihre drei Kinder. —Sozialarbeiterin hat um Unterstützung für die Familie gebeten.

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Von Renate Lück

Es ist bekannt, dass manche Männer anders denken als ihre Frauen. Aber wenn man nicht zusammenkommt, leiden alle darunter. Sonja M. will dem Elend ein Ende machen und ihren Mann verlassen. Doch das packt sie nicht ohne Hilfe.

Denn mit drei Kindern wird das nicht einfach werden. Sie muss zwei Halbwüchsige und ein Kleinkind versorgen, und dies von Hartz IV und Kindergeld. Doch zuerst gilt es, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Im Moment schläft sie oft mit dem Jüngsten auf der Couch im Wohnzimmer, weil ihr Mann schon mal das Schlafzimmer besetzt. Ihre Ehe wurde schwierig, als beide Eltern ihres Mannes kurz nacheinander starben. Seitdem leidet er unter Depressionen. Zum Arzt geht er aber nicht. Um einen Grabstein zu kaufen, nahm er ein Darlehen auf ohne Rücksicht auf die verfügbaren Finanzen der Familie.

Als ihn der Älteste um Geld für Schuhe bat, zeigte er ihm die Kontoauszüge um zu beweisen, dass er keins habe. Er solle zur Mutter gehen, die bekäme schließlich das Kindergeld für ihn. Der Junge, der sich mit seinen 16 Jahren erwachsen fühlt, schockte seine Mutter, als er – ohne dies mit ihr abzusprechen – zum Zahnarzt ging und sie eine Rechnung über Zusatzleistungen erhielt. Den Vater interessiert das nicht, sein Konto ist überzogen. Sonja M. muss schon die manuelle Therapie für den Jüngsten zahlen, der unter einer Lendenstrecksteife leidet. Das heißt, der Muskel ist verkrampft und zieht das Becken hoch. Der Kleine kann nicht mal richtig krabbeln. Die Sozialarbeiterin, die die Familie betreut, bat „Nachbarn in Not“ um Unterstützung, damit die Feiertage für Sonja M. und ihre Kinder ein bisschen freundlicher werden und sie etwas unbesorgter in die Zukunft schauen kann.

Unbesorgter in die Zukunft schauen