Von Renate Lück

Gut, dass die Oma der drei Kinder noch relativ jung ist. Michaela B. ist nämlich für sie Mutter- und Vaterersatz. Mit Hilfe von „Nachbarn in Not“ konnte sie nun eine größere Wohnung beziehen, damit die Teenager jeder ein eigenes Zimmer bekommen.

Vorher hatte die Rentnerin schon Probleme mit ihrem Vermieter, der die Nebenkosten so erhöhte, dass sie sie nicht mehr bezahlen konnte. Als sich vor zwei Jahren die Familiensituation vollkommen veränderte, musste alles neu bedacht und geplant werden. Sohn und Schwiegertochter trennten sich und das Jugendamt übergab die Kinder in Vollzeitpflege der Oma, weil keiner der Eltern sie haben wollte. Die Mutter verschwand und der Vater gründete eine neue Familie. Manchmal kommt er seine Drei aus erster Ehe besuchen. Michaela B., die früher in der Altenhilfe gearbeitet hatte, wechselte auf Jugendthemen.

Ihre Enkel besuchen die Grund- und die Werkrealschule und schlagen sich tapfer. Zur Oma haben sie ein liebevolles Verhältnis. Wenn es Schwierigkeiten gibt, unterstützt sie die Sozialarbeiterin der Jugendhilfe. Momentan fehlt es an Einrichtungsgegenständen, weil alte Dinge entsorgt werden mussten und nun Notwendiges im Solo-Frauenhaushalt gar nicht vorhanden war. Fürs Wohnzimmer braucht die Familie einen Teppich und einen Tisch. In den Kinderzimmern fehlen Regale und Lampen und ebenfalls Teppiche. Der Haushalt allgemein benötigt eine Garderobe, Bettwäsche, Handtücher und zwei mittelgroße Töpfe. Da die Rente von Michaela B. knapp über dem Sozialhilfesatz liegt, schlug der Umzug hart zu Buche.

Das Pflegegeld für die Kinder reicht jetzt auch nicht für neue Winterkleidung, obwohl die Familie schon einiges im Sozialkaufhaus erstehen konnte. Dank eines Zuschusses von „Nachbarn in Not“ brennt morgen ein Lichtlein und stärkt die Hoffnung, dass die Situation leichter wird.

Umzug schlägt hart zu Buche