Von Renate Lück

Leonora R. kam wegen der Kündigung der Wohnung in die Beratungsstelle – die sechsköpfige Familie lebt in einem 90 Quadratmeter großen Haus und wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt. Im Gespräch stellte die Sozialarbeiterin fest, dass da noch mehr Probleme sind, und bat „Nachbarn in Not“ um Hilfe.

Obwohl sich die Kinder die Zimmer teilen und die Eltern im Wohnzimmer auf der Couch schlafen, waren sie immer froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Nun suchen sie seit zwei Jahren eine andere Wohnung und klagten sogar vor Gericht gegen die Kündigung, weil Mutter und die älteste Tochter gesundheitlich schwer angeschlagen sind.

Die 16-jährige Linda hatte einen Hirntumor und musste viermal operiert werden, weil es an einer sehr ungünstigen Stelle saß. Seither leidet sie unter Seh- und hormonellen Störungen und einem geschwächten Immunsystem. Deshalb gehört sie zur Zeit zur Risikogruppe. In diesem Sommer beendete sie die Schule und wird noch einen Monat zur Reha geschickt. Dann sucht sie einen Ausbildungsplatz, möglichst als Bürokauffrau, damit sie am PC arbeiten kann.

Mutter Leonora hatte einen schweren Bandscheibenvorfall, der sie neben den Schmerzen noch beim Gehen beeinträchtigt. An manchen Tagen ist sie auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen, der dann den Haushalt schmeißt und die kleineren Geschwister versorgt. Die sind manchmal ungeduldig, weil sich die Eltern vornehmlich um die große Schwester kümmern.

Die Sorgen um seine Familie und die Angst vor der Zukunft setzen dem Vater sehr zu. Im Moment ist er arbeitslos, weil sein Betrieb wegen Krankenausfällen auf Sparflamme läuft. Das Geld ist somit sehr knapp. Die Kinder brauchten Kleidung und Schuhe und wünschen sich, wieder einmal etwas gemeinsam zu unternehmen. Bei diesen Problemen konnte „Nachbarn in Not“ ein bisschen helfen.

Sorgen um die Familie, Angst vor der Zukunft