„Nachbarn in Not“ unterstützt ehemaligen LKW-Fahrer

Von Renate Lück; aus der SZ/BZ vom 18.1.2019

Es ist selten, dass ein Mitbürger schon mit 50 Jahren auf die sogenannte Seniorenliste von „Nachbarn in Not“ gesetzt wird. Aber wenn so viele Krankheiten wie bei Michael P. zusammenkommen, ist ein normales Erwerbsleben nicht mehr möglich.

Von Beruf ist er LKW-Fahrer und mochte seinen Job. Aber dann bekam er Gicht in den Füßen, die sich so steigerte, dass er an manchen Tagen nicht laufen kann. Eine Herzerkrankung kam dazu und grüner Star auf dem einen Auge, was zur völligen Erblindung führte, weil er zu spät zum Augenarzt ging. Als ob das alles nicht reicht – oder vielleicht wegen dieser Beschränkungen und Schmerzen – erleidet er immer wieder solche Panikattacken, dass er monatelang in einer Klinik für psychische Erkrankungen behandelt werden muss.

So ist der Alleinstehende schon seit acht Jahren arbeitsunfähig. Er bekommt Erwerbsminderungsrente und – weil das nicht reicht – noch ein bisschen aufstockende Grundsicherung. Große Anschaffungen sind damit nicht möglich und er spart, wo er kann.

Michael P. hat keinen Staubsauger und keine Waschmaschine. Die Wäsche bringt er jede Woche zu seiner Mutter, sofern ihn seine Füße tragen. Umständlich ist es allemal. Deshalb wünschte er sich zu Weihnachten am sehnlichsten solche Geräte, die sein Leben erleichtern würden. „Nachbarn in Not“ steuerte einen Zuschuss bei, um seine Wünsche zu erfüllen. Außerdem – wie gesagt – steht er nun auf der Seniorenliste und bekommt zwei Mal im Jahr ein Handgeld für Einkäufe, die er sich sonst nicht leisten kann.

Normales Erwerbsleben ist nicht mehr möglich