„Nachbarn in Not“ hilft einem alleinerziehenden Vater nach einem Verkehrsunfall aus der Patsche. Aus der SZBZ vom 11.1.2019 

Von Renate Lück

Es ist der Horror jedes Autofahrers, in einen Unfall verwickelt zu werden. Und noch schlimmer: Wenn man nicht dran schuld war, aber trotzdem zahlen soll. „Nachbarn in Not“ half in solch einem Falle dem alleinerziehenden Josef B.

Josef B. ist zur Zeit arbeitslos und versorgt sich und seinen Sohn mit Hartz IV. Bei der Fahrt zum Jobcenter im vorigen Jahr wurde er von einem anderen Autolenker angefahren und sein Fahrzeug beschädigt.

Gegen seine Schadensmeldung bestellte die Haftpflichtversicherung seines Unfallgegners einen Sachverständigen, der angebliche Vorschädigungen am Auto von Josef B. geltend machte. Dagegen ging er seinerseits mit einem Anwalt vor, konnte den Sachverhalt aber nicht ausreichend beweisen und verlor die Auseinandersetzung beim Amtsgericht.

Nun bestand gegen Josef B. ein Urteil, dem Sachverständigen das Honorar plus laufende Zinsen zu bezahlen. Und dies wurde vehement eingefordert, sogar mit Pfändung gedroht, was noch mehr Kosten verursachen würde. Josef B. konnte nicht mehr schlafen, weil er dauernd den Gerichtsvollzieher vor der Tür fürchtete, der noch zusätzlich Geld einfordern könnte. Um dem Elend ein Ende zu machen, bat die Sozialarbeiterin „Nachbarn in Not“ um Unterstützung, um Josef B. und seinen Sohn im neuen Jahr von der Angst zu befreien.

Nicht schuld, vor Gericht aber verloren