Von Renate Lück

Erst ging die Ehe kaputt, dann das Arbeitsverhältnis und nun das Auto. „Nachbarn in Not“ springt ein, damit Margarete P. wenigstens ihren kleinen Lebensstandard halten kann.

Mit 25 Jahren folgte sie ihrem Ehemann aus Siebenbürgen nach Deutschland. Er war schon hier. Sie kam mit der kleinen Tochter nach. Die junge Frau fand eine Arbeitsstelle im Cateringbereich und arbeitete gern dort. Doch dann ging die Firma pleite und auch die Ehe zerbrach. Über die Caritas bekam sie einen Job in einem sozialen Projekt, der aber nicht gut bezahlt wurde. Dadurch ist ihre Rente nun ziemlich gering. Margarete P. erhält aufstockende Grundsicherungsleistungen vom Landratsamt.

Die 67-Jährige lebt allein. Die erwachsene Tochter hat zwar in verschiedenen Jobs einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, hat aber einige wegen ihres Asthmas nicht durchgehalten. Im vergangenen Jahr war sie zeitweise völlig apathisch und antriebslos. Erst nach längerer Zeit konnte die Mutter sie dazu bewegen, einen Arzt aufzusuchen. Mithilfe von Antidepressiva wurde ihre Gesundheit wieder stabilisiert, was Margarete P. glücklich macht.

Nun macht das Auto Probleme. Es ist schon 15 Jahre alt und über 113.000 Kilometer gefahren. Viele Teile sind verschlissen und mussten im letzten Jahr erneuert werden. Auch die Klimaanlage hatte nach dem jahrelangen Betrieb eine Reinigung nötig. Das alles schlug ins Geld, das Margarete P.  nicht hatte. Sie pumpte Freunde und ihre Tochter an und zahlt die Summe in Raten zurück. „Das Borgen war für mich sehr beschämend“, sagt sie leise. Anfang dieses Jahres gab die Batterie den Geist auf und musste ersetzt werden. Außerdem kam ein Gebührenbescheid von den Stadtwerken mit einer Strom-Nachzahlung, die für die meisten Menschen wohl schnell erledigt wäre. Doch die Rentnerin mit dem schmalen Budget kann nichts auf die hohe Kante legen und geriet nun erneut in die Bredouille. Die Sozialarbeiterin, die sie schon länger kennt, bat „Nachbarn in Not“ um einen Zuschuss, damit Margarete P. mit ihrem Auto noch so lange fahren kann, wie es möglich ist.

„Nachbarn in Not springt ein“