„Nachbarn in Not“ hilft betroffener Familie

Von Renate Lück

Spina Bifida ist zum Glück eine seltene Krankheit. Die Älteste von Anastasia P. wurde mit offenem Rücken geboren. Nun muss sich die Mutter immer etwas einfallen lassen, wie sie die Große und mittlerweile auch den kleinen Bruder transportiert.

„Sie sitzt meist im Rollator und fängt langsam an, mit Orthesen zu laufen. Aber richtig laufen wird sie nie“, versucht Anastasia P., die Situation zu erklären. Seit der Geburt ihrer Tochter ist sie gut beschäftigt, denn das Mädel braucht Betreuung rund um die Uhr. Und nun kam auch noch ein gesunder Steppke dazu, der allein schon die Mutter beanspruchen möchte. Der Vater ist zur Zeit im Ausland, nur die Schwiegermutter, bei der sie noch wohnt, hilft ab und zu. Ihre eigenen Eltern und Geschwister wohnen am Bodensee und können nicht oft kommen.

Nur zum Umzug in die Zwei-Zimmer-Wohnung, die im Februar bezogen werden kann, reist ihr Bruder an. Fragt man die junge Frau nach Hobbys, lacht sie nur: „Die Kinder!“ Um den Alltag etwas zu erleichtern, lieh ihr eine Freundin einen Geschwisterwagen. Doch den muss sie zurückgeben, denn in dieser Familie gibt es auch zwei kleine Kinder. Deshalb bat die Sozialarbeiterin im Gesundheitsamt „Nachbarn in Not“ um einen Zuschuss für ein eigenes Gefährt. Das kann sich die Verkäuferin in Elternzeit doch nicht leisten.

Mit offenem Rücken geboren