Von Renate Lück

Eins dieser Probleme wäre schon schlimm genug, aber Stefan P. plagt sich mit allen dreien. Und das ist zu viel für einen Menschen.

Vor einem Jahr wurde bei ihm Krebs festgestellt, der bereits gestreut hat. Wegen der Metastasen muss er immer wieder zur Chemotherapie, was ihm sehr zusetzt. Eigentlich hoffte er, bald wieder arbeiten gehen zu können, denn er braucht dringend das Geld. Zur Zeit kosten ihn die Medikamente einen Haufen Zuzahlungsgebühren.

Noch mehr zu schaffen macht ihm aber der Kredit, der er zusammen mit seiner Frau für ein Auto und Möbel aufgenommen hatte. Doch dann verschwand seine Angetraute und ließ ihn mit den Ratenzahlungen sitzen. Er versuchte, bei der Bank eine Senkung der Kreditrate zu erwirken, aber darauf sprang sie nicht an. Nun bemüht sich die Sozialarbeiterin, die ihn betreut, beim Filialleiter ein Abkommen zu erwirken, dass die finanzielle Situation entspannt.

Jetzt kommt der Winter und Stefan P. braucht dringend neue Kleidung. „Man sieht ihm an, dass er sich momentan nichts leisten kann“, sagt die Sozialarbeiterin. Was man nicht sieht, ist die durchgerittene Matratze in seinem Bett, die ihm starke Rückenschmerzen verursacht, besonders dann, wenn er von der Chemo kommt.

Wenn jetzt an allen Ecken vielleicht geholfen werden kann, müssten die Feiertage doch etwas erfreulicher ausfallen. Und außerdem kommt er bei „Nachbarn in Not“ auf die Seniorenliste, sodass er zweimal im Jahr einen Besuch mit einem kleinen Geschenk erwarten kann.

Krebs, Kredit, fehlende Kleidung