„Nachbarn in Not“ hilft einer Frau, die kaum an sich  denkt

Aus der SZBZ vom 7.12.2018

Von Renate Lück

Barbara G. liebt ihre Mutter über alles, aber ihr Helfersyndrom bringt sie nun selbst in Schwierigkeiten. „Nachbarn in Not“ springt ein, damit der Haussegen wieder gerade hängt.

Barbara G. war es, die die Mutter stets versorgte. Ihre Schwester half nicht besonders viel. Barbara G. stellte sogar ihre Berufstätigkeit als Hauswirtschafterin zurück, als es der Mutter immer schlechter ging. Und jetzt, da sie im Pflegeheim lebt, besorgt die Tochter alles Schriftliche für die Mutter, beantragte Grundsicherung für sie und kümmert sich um das elterliche Haus, damit es in Schuss bleibt. Dass sie so wenig an sich selber denkt, wird ihr nun zum Verhängnis. Die 62-Jährige lebt von Hartz IV und selbst davon zweigt sie noch Geld ab, um für die Mutter Creme für die trockene Haut zu kaufen oder ab und zu etwas Leckeres zu essen.

Sie selbst nimmt die Herausforderungen des Lebens so an, wie sie kommen. Für sich kauft sie nur das Nötigste. Mittlerweile braucht sie jedoch dringend neue Kleidung, da sie seit Jahren nichts mehr erstanden hat. Das Geld reicht allerdings nicht einmal für eine Grundausstattung, geschweige denn für Wintersachen. Deshalb bat die Sozialarbeiterin „Nachbarn in Not“, hier zu helfen, damit auch bei Barbara G. zu Weihnachten festliche Stimmung aufkommt.

Kein Geld für Kleidung