Angelika D. ist eine tapfere Frau. Sie kämpft sich trotz einiger Widrigkeiten durchs Leben. Doch nun reicht das Geld nicht für einen neuen Kühlschrank.

Die geborene Sindelfingerin schaffte früher in der Montage bei einem Daimler-Zulieferer. Das gefiel ihr und wurde auch ordentlich bezahlt. Aber vor fünf Jahren bekam sie Darmskrebs und musste die Arbeit aufgeben. Es folgten Operationen und Therapien und heute gilt sie als geheilt. Doch der Schock sitzt tief und sie hat Angst, dass der Krebs wiederkommen könnte. Inzwischen leidet sie unter Diabetes und muss täglich den Insulinwert messen. Noch wird sie mit Tabletten behandelt.

Von ihrem Mann ist sie geschieden. Der große Sohn ist schon aus dem Haus, die Tochter geht noch zur Schule. Finanziell ist es eng, denn Angelika D. bezieht nur eine Erwerbsminderungsrente, die durch Wohngeld aufgestockt wird. Aber normalerweise weiß sie sich zu helfen und kommt mit dem Geld ganz gut zurecht. Nur wenn etwas Größeres kaputt geht, ist guter Rat teuer – und die Anschaffung auch. Kurz vor Weihnachten verweigerte der Kühlschrank den Dienst. Angelika D. wollte einen auf Raten kaufen, aber das Geschäft lehnte dies ab, weil sie einen Schufa-Eintrag hat. „Das ist bei Banken auch oft so“, ärgert sich die Sozialarbeiterin. „Gerade die Menschen, die es brauchen, bekommen kein Geld.“ Sie bat „Nachbarn in Not“ um einen Zuschuss.

Von Renate Lück

 

Nachtrag: Nachbarn in Not dankt einem Leser der SZ/BZ, der (nach Rücksprache mit dem Vorstand) umgehend den Preis für den Kühlschrank und die Lieferung überwiesen hat. Das Gerät wurde besorgt, und Frau D. ist sehr glücklich.

Kein Geld für einen Kühlschrank