Von Renate Lück

Es nutzt nichts, sparsam zu leben, wenn im Winter das Öl ausgeht. Dann muss man welches kaufen. Wenn aber auch noch eine Stromnachzahlung fällig ist und sowieso kein Geld auf dem Konto, dann wird es sehr eng. „Nachbarn in Not“ half auch hier.

Sieglinde N. kann seit einigen Jahren nicht mehr arbeiten, weil sie starke Asthma-Anfälle bekommt. Selbst ein Zuverdienst als Teilzeitverkäuferin ist schwierig. Deshalb lebt sie von Arbeitslosengeld II und wird, wenn sie demnächst in Rente geht, ergänzende Grundsicherung beantragen müssen. Als die 64-Jährige Heizöl kaufte, musste sie mehr bezahlen, als das Jobcenter anerkennt. Es blieb ein erklecklicher Betrag offen.

Da sie in der Zeit, als das Öl fehlte, die Wohnung mit einem Heizlüfter wärmte, stieg der Stromverbrauch so, dass sie auch noch eine Zusatzrechnung von der EnBW bekam. Damit war die mittlere Katastrophe perfekt, denn beim Jobcenter zahlt sie ein Darlehen ab, das sie für die kürzliche Zahnbehandlung aufnehmen musste.

Die Sozialarbeiterin bei der Diakonie bat „Nachbarn in Not“, mit einem Zuschuss zu helfen. Den Rest splittet sie und hofft, aus anderen Nothilfefonds etwas zusammenzubringen, und Sieglinde N. wird schon auch noch etwas beisteuern müssen. Aber dann beginnt das neue Jahr doch etwas hoffnungsfroher.

Hoffnungsfroh ins neue Jahr