Von Renate Lück

In der letzten Zeit unterstützt „Nachbarn in Not“ Jugendliche beim Start ins eigene Leben. Adrian B. hat zum Glück auch noch gute Freunde, die ihm helfen.

Der 20-Jährige, der nach der Realschule eine handwerkliche Ausbildung macht, lebte mit seiner Mutter zusammen, da sich die Eltern getrennt hatten. Als sie plötzlich an Krebs starb, stand er ganz allein da. Die Eltern seines besten Freundes kümmerten sich um ihn und halfen ihm bei der Beerdigung und allen Formalitäten, die damit verbunden sind. Er konnte bei ihnen auch essen und schlafen.

Die Sozialarbeiterin stellte einen Antrag auf Beerdigungskosten und war danach ebenso erschüttert wie die Freunde, als sie die völlig vermüllte Wohnung sah. Adrian hatte die Sammelwut seiner Mutter aus Scham nie nach außen getragen, wohl auch um sie zu schützen. Dabei hatte er nicht einmal mehr ein Bett und schlief auf dem Boden.

Aber er hat einen tollen Freundeskreis. Acht Mann räumten vier Tage lange den Keller aus, sortierten und fuhren das Zeug zum Wertstoffhof. „Das kann so nicht weitergehen“, schrieb die Betreuerin an „Nachbarn in Not“. „Es muss alles raus, auch die Möbel, damit die Wohnung renoviert werden kann. Dazu brauchen sie jetzt zwei Container.“ Da die Mutter kein Geld hinterließ und Adrian dies von seinem Ausbildungslohn nicht bezahlen konnte, bat sie um einen Zuschuss und war zu Tränen gerührt, als alles zugesagt wurde.

Die anschließende Renovierung wollen die jungen Leute, die alle keine Handwerker sind, in Eigenleistung erledigen. Adrian sucht dann nach und nach gebrauchte Möbel. Zum Glück gehörte die Wohnung seiner Mutter und Adrian hofft, mit einer Berufsausbildungsbeihilfe die Nebenkosten bezahlen zu können.

„Irgendwann kommt ja auch die Trauerphase. Dann braucht er einen Ort, an dem er sich wohlfühlt und zuhause ist“, steht in dem Antrag an die Hilfsorganisation. Und: „Mir geht die Geschichte echt unter die Haut, wie Adrian mit dem schweren Schicksalsschlag umgeht und wie sein ganzes Umfeld für ihn da ist und tatkräftig anpackt.“ Das rührte auch die Aktiven von „Nachbarn in Not“, die dazu beitragen wollen, dass der junge Mann ein neues Leben beginnen kann.

Gute Freunde helfen in der Not