„Nachbarn in Not“ bietet ab morgen auf dem Wintermarkt Selbstgebasteltes und Gestricktes an.

Von Renate Lück

Morgen beginnt der Wintermarkt in der Messehalle. Die fleißigen Basar-Frauen und -handwerker von „Nachbarn in Not“ haben wieder Bewährtes und Pfiffiges hergestellt, damit die treuen Kunden schöne Geschenke finden und auch die Kasse klingelt, damit möglichst vielen Bedürftigen geholfen werden kann.

Die Frauen im Hintergrund haben 90 Paar Socken gestrickt für Männer, Frauen und Kinder, die vermutlich ihre Liebhaber finden werden. Die 90-jährige Margot Stark ist für die Mini-Söckchen zuständig, mit denen das beliebte Gedicht „Wir stricken an unserem Leben, jeden Tag“ verziert wird.

Beispiele von Bastelarbeiten

„Wenn ich ihr neue Wolle bringe, freut sie sich und sagt: Da weiß ich, wofür ich lebe“, erzählt Sonja Ehmann. Auch die 99-jährige Gertrud Zetzsche ist mit ihren Kunstkarten mit den getrockneten Blumen wieder dabei. Karten gibt es diesmal nicht nur für Weihnachten, sondern auch als Einladungen zum Kaffeekränzchen, zu Hochzeiten und Trauerfällen. Außerdem hatte Lisa Polz witzige Einfälle, um Geld oder andere kleine Geschenke unterzubringen. So kreierte sie Karten „Für ein paar Kröten“ oder „ein paar Mäuse“. Der Geldschein kann auch einem Engel anvertraut oder in einem Papier-Weihnachtsbaum versteckt werden.

Die Designerin füllte daneben verschiedene Schachteln mit Pralinen oder Schokolade, sodass das Geschenk für einen plötzlichen Besuch schnell fertig ist. Besonders goldig sieht der kleine Schlitten aus, auf den nur ein dicker Bonbon passt. Das schreit nach Tischdekoration, ebenso wie die beleuchtete Käseschachtel oder das Glas mit einer dicken Kerze drin. Große Schmucktüten stehen bereit für Flaschen oder ähnliche Formen. „Übrigens gibt es bei uns kein Plastik“, betont Sonja Ehmann. „Alle Tüten sind aus Papier oder von Schneiderin Ingeborg Zarnetzki aus Stoffresten genäht.“

Weitere Beispiele

Für Holz ist naturgemäß zuerst der pensionierte Förster Gerhard Riedel zuständig. Neben seinen beliebten Untersetzern hat er diesmal verrückte Elche, Hasen und Kochlöffel mit Gesicht aus den Sindelfinger Mammutbäumen geschaffen. Aus den Ideen von Lisa Polz und Gabi Reidelbach sind Mond und Sterne in verschiedenen Größen entstanden, ein Ständer für kleine Bierbrezeln und ein Tannenbaum, in dem innen Sterne leuchten. Da kann nichts anbrennen und es sieht trotzdem schön aus. Auf vier hellen Kerzenständern in aufsteigenden Größen zeigen die Buchstaben XMAS, wofür sie gedacht sind.

Und dann die Engel! Ein dünner Leib, der Kopf eine Mohnkapsel und durchsichtige helle Flügel. In einer Schale stehen sie zu sechst. Einzelne, die sogar vergoldet sind, tragen noch ein Gedicht: „Ich schenke dir einen Engel, der dich stets bewacht.“ Bestickte Stoffsäckchen sind wieder dabei und witzige gehäkelte Tiere, die man waschen kann, umfunktionierte Weckgläser und dekoriertes Fundholz. Wer hier nichts findet, hat nicht lange genug gesucht.

Geschenke, die auch helfen