Hilfe zur Selbsthilfe

Von Renate Lück

Martin St. hat als Ingenieur gearbeitet, leidet aber seit einem Jahr unter einer Nervenkrankheit, die ihn an den Rollstuhl fesselt und in der Bewegungsfreiheit sehr einschränkt. Dank „Nachbarn in Not“ und einiger anderer Förderer kann er sich nun einen elek­trischen Rollstuhl kaufen.

Martin St. kann gar nicht mehr laufen und weiß, dass er die MS-ähnliche Krankheit nicht wird besiegen können. Es geht nur noch darum, sie nicht zu schnell fortschreiten zu lassen und den jetzigen Zustand möglichst zu halten. Dafür geht er alle zwei Wochen ins Krankenhaus, wo er verschiedene Therapien und Injektionen bekommt. Die Schmerzen kommen immer in Schüben, oft in der Nacht, und dauern mehrere Minuten.

Seine Frau verließ ihn im Frühjahr und nahm die Kinder mit. Da saß er nun in seinem Rollstuhl und war mit allem völlig überfordert. Nachbarn halfen ihm über die ersten Schwierigkeiten. Die betreuende Sozialarbeiterin besorgte ihm auf eigenen Wunsch einen Betreuer, der ihn in finanziellen Dingen und bei Anträgen unterstützt, sodass er wieder etwas aufatmen kann. Seine finanzielle Situation ist aber noch nicht geklärt, denn das Krankengeld reicht nicht zum Lebensunterhalt. Wenn das ausläuft, bekommt er vermutlich eine kleine Erwerbsminderungsrente. Da sich das Ehepaar scheiden lassen will, kommen weitere Kosten auf ihn zu.

Positiv ist im Moment, dass er eine barrierefreie Seniorenwohnung bekommen hat, die von der Sozialstation betreut wird. Doch mit der Fortbewegung hapert es sehr. Kleinste Erledigungen bei der Apotheke oder beim Bäcker kann er nicht allein machen. Nachbarn helfen ihm dabei. Sie fahren ihn auch zum Arzt. Sein größter Wunsch ist deshalb, etwas selbstständiger zu sein. Und das ginge mit einem elektrischen Rollstuhl. „Nachbarn in Not“ gab einen Zuschuss zu diesem Gefährt, damit er seine Weihnachtsvorbereitungen selbst erledigen kann.

Geld reicht nicht zum Lebensunterhalt