Das „weiße Ballett“ knüpft ein soziales Netzwerk, das bedürftige Menschen auffängt sowie Halt und Hilfe gibt

Von Renate Lück

Das „Weiße Ballett“ aus Aidlingen spendet „Nachbarn in Not“ Dinge und Gutscheine, die für Bedürftige nützlich sind.

Fußballer kennen den Begriff „Weißes Ballett“: Real Madrid spielt in Weiß. Und wenn die Mannschaft gut gespielt hat, beschreibt die Presse sie als weißes Ballett. Die Fußballfreunde, die hinter dem Aidlinger Verein stecken, hatten sich 2009 bei einem Hobbyturnier so genannt und den Namen beibehalten, als sie 2013 einen gemeinnützigen Verein gründeten. Und warum einen Verein?

Dietmar Ludwig, der erste Vorsitzende, erklärt das so: „Wir haben bei dem Hobbyturnier 110 Euro, einen ganzen Satz Trikots, Hosen und Stutzen sowie einen Fußball gewonnen. Als aktive Spieler hätten wir für das Geld einen Stiefel Bier bestellt. Aber als Erwachsene wollten wir es einer karitativen Einrichtung spenden. Einer kannte Waltraud Schumacher von ‘Eine Welt Pamoja’ und so gaben wir ihr alles. Als wir Fotos von Waisenkindern in den Trikots erhielten, war dies der Startschuss, weiter für einen guten Zweck Geld zu sammeln.“

Die sieben Vorstandsmitglieder kamen aus verschiedenen Vereinen und haben völlig unterschiedliche Berufe. „Jeder von uns hat Freunde und kennt Firmen, die helfen, Projekte und Veranstaltungen zu organisieren. So konnten wir immer mehr an bedürftige Menschen spenden. Und uns macht es Spaß“, sagt Ludwig.

Aus 80 Gründern wurden 180 Mitmacher. Inzwischen gab es auch tolle Veranstaltungen für die eigenen Leute, wie die Talkrunde mit den vier Prominenten Erwin Staudt (früher IBM und VfB), Uwe Hück (Porsche), Hansi Müller (Nationalspieler) und Dr. Eduardo Garcia, Gründer von Gazi („Ich mache Lebensmittel für die türkische Bevölkerung in Deutschland“.) Alle vier und die Band Soultrip erhielten statt Gage einen Gutschein über 500 Euro, den sie an eine Organisation ihrer Wahl spenden konnten. Die Gäste zahlten weder Eintritt noch Speisen, denn alles war gesponsert.

2016 wurden zum ersten Mal 1000 Adventskalender verkauft. Hinter jedem Türchen war die Nummer eines (gesponserten) Preises notiert, als da waren ein 55-Zoll-Fernseher, VIP-Tickets für den VfB oder Musicals in Stuttgart. Insgesamt blieben aber 35 Gut­scheine bzw. Sachen übrig, die nun an „Nachbarn in Not“ verschenkt wurden, unter anderem eine Boss-Sporttasche, acht Seegärt­le-Gut­scheine zu fünf Euro, elf Friseur-Gutscheine zu 20 €, fünf Essensgutscheine der Altdorfer Mühle zu 20 €, ein Cafe-Schilling-Gutschein zu 27,80 € und drei Gutscheine für Reifenwechsel zu je 25 €,

„Darüber wird sich Christine Jourdan vom Sozialamt sicher freuen, denn das meiste sind Dinge, die Bedürftige gut gebrauchen können“, kommentierte dies Biggi Haug. Wohin der Erlös der Kalender geht, entscheiden alle Vereinsmitglieder. ���4

Fußballfreunde helfen „Nachbarn in Not“