Die Schuldnerberatung und „Nachbarn in Not“ haben gemeinsam dafür gesorgt, dass die Misere ein Ende hat.

Von Renate Lück

Wenn man keine feste Arbeitsstelle hat, sondern einmal hierhin und dann dorthin geschickt wird, aber fleißig schafft, um die fünfköpfige Familie zu ernähren, kann man schon mal durcheinanderkommen. „Nachbarn in Not“ half.

Michael A. arbeitet auf dem Bau. Eine Zeitarbeitsfirma schickt ihn immer von einem Projekt zum anderen. Seine Frau Carmen kann nur 450-Euro-Jobs übernehmen, denn sie muss sich um die drei Kinder kümmern, von denen eins Epilepsie hat. Mit seinen Überstunden kommen sie immer gerade knapp über die Grenze für Sozialleistungsansprüche. Bei den Ausgaben schlagen Miete, Strom, Kosten für die Nachmittagsbetreuung in der Schule und Raten für das Auto zu Buche.

Das Fahrzeug brauchen sie aber, um zur Arbeit zu kommen und die Kinder zu ihren Terminen zu bringen. Bei ihren Versicherungen haben die Eheleute allerdings den Überblick verloren. Als sie eine Vollstreckungsankündigung wegen säumiger Kfz-Steuerbeträge erhielten und zudem noch Mietrückstände hatten, schickte die Betreuerin im Sozialamt die beiden zur Schuldnerberatung.

Sie versuchte, sich einen Durchblick zu verschaffen. „Zuerst mussten wir mal einen Haushaltsplan machen, um zu sehen, wer was bezahlt und welche Kosten auflaufen“, sagt die Sachbearbeiterin in der Diakonie. „Die Verschuldung werden wir im Laufe des Jahres mit Vergleichen in den Griff bekommen, da die Autofinanzierung nur noch bis Februar läuft.“ Die Mietrückstände müssen in 200-Euro-Raten bezahlt werden, wobei am Anfang noch Eigenanteile an Kinderbe­treuungs- und Beförderungskosten beglichen werden mussten. Drängend war die KfZ-Steuer, da dazu schon Säumniszuschlag erhoben wurde.

Mithilfe der Sozialarbeiterinnen und einem Zuschuss von „Nachbarn in Not“ kommt die Familie bald auf die Reihe.

Familie kommt wieder in die Spur