Die Krankheit des Vaters und Unachtsamkeit, um nicht zu sagen Schlamperei von Angestellten beim Ausfüllen von Dokumenten können eine Familie ziemlich in die Bredouille bringen.

Christian D. ist von Beruf Lagerist. Obwohl er noch im besten Alter ist, leidet er seit einem Jahr an Osteoporose in beiden Armen, was in seinem Fall erblich bedingt ist. Er kann keine schweren Lasten mehr heben. Ein Arm wurde operiert. Das brachte aber keine Besserung, weshalb die zweite Operation abgeblasen wurde. Doch Arbeitslosigkeit kann sich ein Vater von drei heranwachsenden Kindern nicht leisten. Über eine Zeitarbeitsfirma fand er einen Arbeitsplatz in der Industrie, an der er Waren mit dem Gabelstapler transportierten sollte, was er gut bewältigen konnte. Darüber war er sehr froh.

Doch nach einem Monat musste er am Band arbeiten und gleich am ersten Abend konnte er seine Arme vor Schmerzen kaum noch bewegen. Er wurde wieder krankgeschrieben und der Traum vom Gabelstaplerfahren mündete in Angststörungen, was die Zukunft bringen werde. Seine Frau kann nämlich auch nicht Geld verdienen gehen. Sie leidet unter einer schweren chronischen Erkrankung und kann nur mit Mühe Haushalt und Kinder versorgen.

Als ob der Kummer nicht schon groß genug wäre, erhielt er durch einen Fehler bei der Krankschreibung seines Arztes in der ursprünglichen Firma zwei Monate lang kein Krankengeld und in der neuen Firma sein Gehalt erst einen halben Monat später. Da wurde es sehr eng, denn er musste seinen Verwandten, die inzwischen ausgeholfen hatten, das geliehene Geld zurückzahlen. Von der Rente seiner Frau und dem Kindergeld ging außerdem noch die Miete ab. Nun brauchen die Kinder dringend neue Winterkleidung und Schuhe. „Nachbarn in Not“ steuerte einen Betrag bei, damit die Adventszeit etwas heller wird.

Von Renate Lück

Familie in der Bredouille
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