Von Renate Lück

Dumm gelaufen: Karin M.s Mann machte sich aus dem Staub und jetzt lebt sie mit ihrem 15-jährigen Sohn allein von wenig Geld. Wegen einer schweren chronischen Erkrankung musste sie vor einigen Jahren ihre Arbeit aufgeben und nun klemmt es an allen Ecken und Kanten. Auf Bitte der Sozialarbeiterin hilft „Nachbarn in Not“ mit einem Zuschuss, die Situation zu erleichtern.

Die Erwerbsminderungsrente, die Karin M. bekommt, ist wegen ihres relativ jungen Alters nicht hoch genug, um davon leben zu können. Daher bekommt sie zusätzlich Sozialhilfe. Ihr Ex-Mann kümmert sich weder um sie noch um seinen Sohn und zahlt auch keinen Unterhalt. So muss sie allein die pubertäre Phase ihres Jungen durchstehen und manche Wünsche abwimmeln. Denn einkaufen geht sie schon im Tafelladen und schränkt sich auch sonst sehr ein. Helfen kann ihr in der Familie niemand. Ihre Mutter starb vor einem Jahr und ihr Vater lebt selbst von einer kleinen Rente.

Seit Kurzem versucht die 45-Jährige, ein paar Stunden in einem Minijob zu arbeiten, um einerseits ihre finanzielle Lage zu verbessern und um andererseits wieder unter Menschen zu kommen. Ihr Sohn, der kurz vor der Mittleren Reife steht, kompensiert die engen Verhältnisse zu Hause mit viel Sport. Besonders zum Boxen geht er gern. Und abends guckten die beiden fern, um etwas von der Welt mitzubekommen. Kurz vor Weihnachten ging der Apparat aber kaputt. Keine Informationen mehr von der Welt, keine Entspannung durch einen netten Film. Denn Rücklagen hat Karin M. keine. Um sie nicht wieder in der Isolation versinken zu lassen, bat die Sozialarbeiterin die Hilfsorganisation um eine Spende für ein neues Gerät.

Es klemmt an allen Ecken und Enden