Von Renate Lück

Dass dies eng wird, sah auch Dr. Roswitha Seidel ein. „Nachbarn in Not“ will einer Familie helfen, die keine größere Wohnung findet, obwohl sie schon lange sucht.

Die Sozialarbeiterin, die Nilüfer S. betreut, seit diese plötzlich wieder schwanger ist, bat die Hilfsorganisation um Unterstützung, denn mit fünf Kindern wird eine Dreizimmer-Wohnung nun wirklich zu klein. Um die Geschwister im Kindergarten- und Schulalter bemüht sich die 34-jährige Mutter immer sehr, die eigentlich wieder arbeiten gehen wollte.

Die Zwillinge, die nun im Anmarsch sind, waren nicht geplant, jedoch ein Abbruch kam für Nilüfer S. nicht infrage. Die Sozialarbeiterin hat ein bisschen Angst um ihre Kundin, die auf alle Probleme sehr emotional reagiert und deshalb oft Magenschmerzen hat. „Irgendwann brechen Sie zusammen“, sagte sie ihr schon einmal.

Erschwerend kommt jetzt hinzu, dass ihr Mann wegen Corona seinen Job verlor. Das Unternehmen, bei dem er im Lager schaffte, entließ erst einmal alle Zeitarbeiter. Für ihn war dies ein Schlag in die Magengrube, denn seine Chefs waren zufrieden mit ihm und stellten ihm einen unbefristeten Vertrag in Aussicht. Nun lebt die Familie von Leistungen des Jobcenters.

Davon können die Eltern ein Stockbett mit ausziehbarem Sofa für die drei größeren Kinder nicht bezahlen. Aber bald müssen ja noch die Zwillinge im Kinderzimmer untergebracht werden. „Nachbarn in Not“ half mit einer Spende, damit sich Nilüfer S., die zuversichtlich hofft, dass ihr Mann wieder Arbeit findet, etwas entspannen kann.

Ein Stockbett für die Geschwister