„Nachbarn in Not“ unterstützt einen an MS erkrankten Mann

Von Renate Lück

Seit über 20 Jahren leidet Serkan T. an Multipler Sklerose. Meist kann er kaum laufen, aber manchmal geht es mit einem Stock. Nur arbeiten kann er nicht mehr. Und seine Ehe ging kaputt. Jetzt wünschte er sich einen Fernseher, damit er von der Welt noch etwas mitbekommt. „Nachbarn in Not“ hatte dafür Verständnis.

Als 20-Jähriger kam Serkan T. nach Deutschland und arbeitete hier in der Gaststätte seines Onkels. Er heiratete und zwei Kinder kamen auf die Welt. Mit Anfang 30 begannen seine Arme „einzuschlafen“ und es kribbelte in den Beinen. Die Ärzte diagnostizierten den ersten Schub einer Multiplen Sklerose. Er arbeitete noch weiter, bis es nicht mehr ging. In der Familie gab es Krach auch wegen der Finanzen. Denn für ihn hatte der Onkel nicht viel in die Rentenkasse eingezahlt. Wovon also leben? Seine Frau verließ ihn mit den Kindern.

Jetzt bewegt er sich meistens im Rollstuhl fort. An besseren Tagen reicht eine Gehhilfe. Er vermisst seine Kinder, Freunde und Bekannten. Besonders während der Pandemie fühlt er sich sehr einsam. Da diente ihm der Fernseher als Unterhalter und Nachrichtengeber für die Weltereignisse. Nach 17 Jahren tut der aber nicht mehr. Einen neuen kaufen kann sich Serkan T. nicht, dafür reichen seine Erwerbsminderungsrente und die aufstockende Grundsicherung nicht aus. Die Sozialarbeiterin bat „Nachbarn in Not“ um einen Zuschuss und dort wurde der Antrag befürwortet als Weihnachtsgeschenk sozusagen.

Ein Fernseher als Blick in die Welt