Zu kurze Matratze und Loch im Sofa

Von Renate Lück

Sein ganzes Berufsleben hat Siegfried B. draußen gearbeitet. Nun schmerzen Rücken und Beine, was auf seinem alten Schrankbett auch nicht besser wird. „Nachbarn in Not“ hilft.

Der alleinstehende 77-Jährige lebt von einer Minirente und Grundsicherung. Er wohnt in einer Einzimmer-Wohnung, die er sehr sauber hält. Beim Einkaufen richtet er sich immer nach den wöchentlichen Sonderangeboten und lebt auch sonst sehr sparsam. Zweimal im Jahr kommt jemand von „Nachbarn in Not“ vorbei und bringt das Seniorengeld. Davon leistet er sich dann Rasierklingen und Kaffee.

Wegen seiner Schmerzen – besonders in den Beinen – musste er sich schon ein paar Mal Gefäß- und Beipassoperationen unterziehen. Viel laufen kann er nicht mehr. Deshalb sitzt er meist zu Hause auf dem Sofa, liest Zeitung, löst Kreuzworträtsel oder schaut Fernsehsendungen. Sein Stammplatz ist mittlerweile durchgesessen und die Sprungfedern kommen heraus. Das deckt er mit Kissen und Decken ab. So ähnlich verlängert er auch die 1,60 Meter lange Matratze seines alten Schrankbetts. Sehr entspannend wird der Schlaf dadurch nicht.

Beim letzten Besuch der Sozialarbeiterin fragte er, ob er vielleicht eine Spende für eine neue Couch bekommen könnte. In der Grundsicherung sind Möbel nicht drin, deshalb gab sie die Bitte an die Hilfsorganisation weiter. Dort ist Siegfried B. als bescheidener Mensch bekannt, dem der Zuschuss zu einem Sofa ein echtes Weihnachtsgeschenk wäre.

Ein echtes Weihnachtsgeschenk