„Nachbarn in Not“ unterstützt Mutter und ihre Töchter

Von Renate Lück

Soll sie das Kind bekommen oder soll sie nicht? Ihre beiden Töchter waren dafür und die Sozialarbeiterin von der Schwangerenberatung machte ihr Mut. Nun unterstützt auch „Nachbarn in Not“, damit die Familie ein schönes Weihnachtsfest feiern kann.

Claudia S. ist Krankenschwester und arbeitete immer nachts, damit sie tagsüber bei den Kindern sein konnte. Zusätzlich hatte sie noch einen 450-Euro-Job, während die Mädels in der Schule waren. Sie wollte partout nicht von staatlichen Leistungen abhängig sein. „Aber meine Kinder kamen doch zu kurz“, sagt sie. Wahrscheinlich musste sie manchmal schlafen. Unerwartet wurde sie noch einmal schwanger, was sie ziemlich durcheinanderbrachte, da sich der Kindsvater verschreckt aus dem Staub machte.

„Ich war so frustriert und wusste nicht, was ich machen soll.“ Zum Glück ging sie zur Schwangerenberatung. „Sie haben mir alles Negative von den Schultern genommen. Sie waren sicher, dass ich eine Abtreibung nicht verkraftet hätte. Bei jedem Formular, das ich nicht verstanden habe, durfte ich kommen. Durch ihre Hilfe bin ich viel gelassener“, sagt sie erleichtert.

Während der Schwangerschaft darf Claudia S. in der Altenpflege nicht arbeiten. Sie ist freigestellt und ihre Mädels freuen sich, dass sie die Mama zu Hause haben. Kurz nach Weihnachten soll das Baby kommen. Dann wird Claudia S. noch ein Jahr mit Elterngeld daheim bleiben, sich dann aber einen 12-Stunden-Job suchen, bei dem sie ambulant vormittags arbeiten kann. Die Kleine kann sie hoffentlich in die Kinderkrippe bringen. „Ich melde sie gleich bei der Geburt an.“

Fürs Baby braucht sie jetzt eine Erstausstattung. „Und die Großen wachsen aus ihren Kleidern heraus.“ Sie selbst steckt wieder zurück. „Eigentlich brauchte ich Umstandskleider, ich platze aus allen Nähten“, gesteht sie. „Aber da kommen ja noch die Weihnachtswunschzettel der Kinder. Das ist bei uns ein Ritual.“ Damit der Weihnachtsmann auch etwas bringen konnte, half „Nachbarn in Not“ ein bisschen nach.

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