„Nachbarn in Not“: Hoffnungslosigkeit lähmt

Von Renate Lück

So viele Probleme. „Nachbarn in Not“ unterstützt den 89-jährigen Gunnar L. wenigstens durch die Aufnahme in die Seniorenliste.

Der Schwede kam vor langer Zeit der Liebe wegen nach Deutschland. Vor zehn Jahren starb seine Lebenspartnerin und seitdem vereinsamt er völlig. Zu seinem Sohn in Schweden hat er ein schwieriges Verhältnis und zu früheren Bekannten – sofern sie noch leben – wenig Kontakt. Der Besuchsdienst ist wegen Corona ausgesetzt, was ihn zusätzlich deprimiert. Nur um die beiden zugelaufenen Katzen kümmert er sich.

Gunnar L. leidet unter Asthma, ist schwerhörig und altersbedingt schnell erschöpft. Seine Hausarbeit macht ihm große Mühe. Da er keinen Pflegegrad erhielt und aus Angst, die Behörde würde auf seinen Sohn zugreifen, keinen Antrag beim Sozialamt auf Hilfe stellte, müsste er den Einsatz eines ambulanten Dienstes selbst bezahlen. In Zeiten, als er finanziell besser dastand, tat er es auch. Er verdiente seine Brötchen als selbstständiger Übersetzer. Nun bezieht er eine kleine Rente, knapp über der Einkommensgrenze für die Grundsicherung. Während der Wirtschaftskrise 2008 verlor er seine Rücklagen, die für die Altersvorsorge gedacht waren. Danach besserte er die Rente mit unregelmäßigen Übersetzungs-Aufträgen auf.

Aber in Phasen, wie der Corona-Krise jetzt, wird jede unvorhergesehene Ausgabe zur finanziellen Notlage, wie Forderungen des Finanzamtes für Zeiten mit höheren Einnahmen, Stromnachzahlungen, Reparaturen und Ersatz von Haushaltsgeräten. Da er in einem sanierungsbedürftigen Haus mit einer störanfälligen Heizung wohnt, heizt er manchmal mit einem Elektroheizgerät, was die Stromkosten in die Höhe treibt.

Die Sozialarbeiterin, die sich an „Nachbarn in Not“ wandte, schrieb: „Herr L. hat wegen seiner schwierigen Lage und sicher auch aus einer gewissen Hoffnungslosigkeit heraus sich nicht um eine ausreichende Versorgung von Hilfsmittel gekümmert. Er hat kein Hörgerät, keine Zahnprothese und seine Brille ist kaputt.“ Sie will ihm ein bisschen Mut machen, damit er die eine oder andere Baustelle angeht, um seine Lebensqualität zu verbessern. Deshalb bittet sie die Hilfsorganisation, ihm den finanziellen Puffer durch die Seniorenliste zukommen zu lassen. Vielleicht wird Weihnachten dann schon ein bisschen heller.

Wenn Sie „Nachbarn in Not“ unterstützen wollen, damit die Hilfsorganisation helfen kann, dann überweisen Sie eine Spende an die Vereinigte Volksbank, IBAN: DE81603900000200250000, BIC: GENODES1BBV oder an die Kreissparkasse Böblingen, IBAN: DE18603501300003039999, BIC: BBKRDE6B. Nähere Informationen finden Sie im Internet unter www.nachbarn-in-not.de und auf Facebook.

Die Hoffnungslosigkeit lähmt