Von Renate Lück

Die Sozialarbeiterinnen der Schwangerenberatung im Landratsamt müssen immer öfter Hilfsanträge für Frauen stellen, deren Lebenspartner sie verlassen, wenn sie schwanger werden. So auch für die 30-jährigen Anja B.

Die Tierpflegerin lebte zwei Jahre mit ihrem Freund in einer gemeinsamen Wohnung. Sie wünschte sich ein Kind und er war einverstanden. Als es so weit war, war sie überglücklich. Er dagegen fühlte sich nicht reif für ein Kind und wollte die Verantwortung nicht tragen. Da war sie sehr traurig und enttäuscht. Einerseits wollte sie ihren Partner nicht verlieren, andererseits konnte sie sich nicht vorstellen, die Schwangerschaft abzubrechen.

Als sie bei ihrem Entschluss blieb, das Kind zu bekommen, trennte sich der Kindsvater von ihr und zog aus. Dabei nahm er auch ein paar Möbel und Haushaltsgegenstände mit. Während der ganzen Schwangerschaft meldete er sich kein einziges Mal, fragte weder nach dem Befinden seiner bisherigen Lebensgefährtin noch nach dem Kind.

Anja B. konnte die Wohnung nicht mehr bezahlen und war gezwungen, eine kleinere zu mieten. Die fand sie im Wohnort ihrer Eltern, die sie nun auch unterstützen. Um Unterhalt vom Kindsvater zu erhalten, musste sie das Jugendamt um Beistand bitten. Außerdem beantragte sie finanzielle Unterstützung beim Jobcenter, um die Miete zahlen zu können. Von der Weihnachtsbeihilfe von „Nachbarn in Not“ kaufte sie das Nötigste fürs Kind. Nun ist sie glücklich mit ihrem sechsmonatigen Spatzen.

Der Partner machte sich aus dem Staub