„NIN“ hilft einer alleinerziehenden Mutter und zwei kleinen Kindern

Von Renate Lück; aus der SZ/BZ vom 16.1.2019

Aus höchster Höhe fiel Deborah T. ins Nichts und hat nun zwei kleine Kinder zu versorgen.

Die 32-jährige Sekretärin lebte drei Jahre lang mit einem wohlhabenden und angesehenen Mann zusammen und konnte mit ihm ein unbekümmertes und lockeres Leben führen. In der letzten Zeit änderte sich das jedoch grundlegend. Er schlug sie mehrmals und als sie zum zweiten Mal schwanger wurde, verlangte er die Abtreibung. Immer wieder ließ er sie spüren, dass sie völlig abhängig von ihm ist. Als sie zur Entbindung ins Krankenhaus ging, drehte er durch. Beim Besuch kurz nach dem Kaiserschnitt schlug er sie wieder, als sie noch mit ihren Wunden im Bett lag. Dann ging er weg und kümmerte sich weder um Frau noch ums Kind.

Als Deborah T. mit dem Baby nach Hause kam, fand sie eine vollkommen leere Wohnung vor. Alles war ausgeräumt, ihre Sachen, die des älteren Kindes und sogar das Babybett, der Kinderwagen und die Kleidung für das Neugeborene. Die junge Frau war am Boden zerstört und völlig hilflos. Da meldete sich ihr Partner und ließ sie wissen, dass er die Sachen jederzeit in die Wohnung zurückbringen lassen könnte unter der Bedingung, dass sie das gemeinsame Sorgerecht beantragen und die Tochter Victoria und nicht Leonie nennen würde, wie sie es gern wollte.

In ihrem Schock ging sie zunächst darauf ein. Als er sie aber wieder schlug und beim Jugendamt unter Druck setzte, beschloss sie, sich von ihm zu trennen. Das Jugendamt empfahl ihr, das alleinige Sorgerecht zu beantragen, und unterstützt sie bei Gericht. Anzeigen wegen Nötigung und Körperverletzung stellte Deborah T. ebenfalls.

Trotzdem fühlte sie sich immer noch unter Druck, denn die Wohnung und die Möbel gehören ihm und er hat auch noch einen Schlüssel, sodass er jeder Zeit hereinkommen kann. Davor hat sie panische Angst. Die Sozialarbeiterin empfahl ihr, die Schlösser austauschen zu lassen, da sie den Mietvertrag hat und er somit kein Recht, unangemeldet die Wohnung zu betreten. Eine Anwältin steht ihr ebenfalls bei.

Nun brauchte sie aber ein Bettchen und einen Kinderwagen. Das kann sie von Hartz IV nicht bezahlen. Kindergeld und Elterngeld sind zwar beantragt, aber noch nicht bewilligt. „Nachbarn in Not“ steuerte einen Zuschuss bei, damit das Leben einigermaßen normal beginnen kann.

Der Ehemann schlägt und droht