von Renate Lück

Es fing einmal alles so gut an, und nun hat Leyla B. vier Kinder allein zu versorgen. Sie arbeitet in Teizeit, weil das Jüngste noch in den Kindergarten geht. Die Weinachtsgeschenke würden ohne die Unterstützung von „Nachbarn in Not“ ziemlich klein ausfallen.

Leyla B. zog in ihrem Leben schon halb um die Welt. In Bangladesch geboren, mit den Eltern nach Malaysia ausgewandert und mit 14 Jahren nach Deutschland gelommen lernte sie hier ruckzuck die Sprache und absolvierte die Realschule. Da das Budget zu Hause knapp war, ging sie gleich danach arbeiten. Zuerst in einem Restaurant, dann als Verkäuferin in der Mode-Branche. In dieser Zeit lernte sie ihren Mann kennen und heiratete. Das erste Kind wurde geboren, danach noch zwei. Ihr Mann verdiente gut, sodass sie zu Hause blieb und sich um den Nachwuchs kümmerte.

Als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren und gute Noten in der Schule erhielten, reizte sie es, doch wieder unter Leute zu kommen und selbst Geld zu verdienen. Sie arbeitete zuerst wieder im Verkauf und dann dank ihrer Sprachkenntnisse im Empfang eines Hotels. Das passte wohl ihrem Ehemann nicht. Denn obwohl sich ein Nachzügler ankündigte, verließ er seine Familie. Seitdem muss Leyla B. alles allein bewältigen, denn er kümmerte sich nicht mehr um sie.

Seit der Kleine ein Jahr alt ist, arbeitet sie in Teilzeit. Vollzeit geht nicht, denn dann bräuchte sie jemanden, der auf die Kinder achtgibt. Ihre Eltern sind mittlerweile zu gebrechlich dafür. Zuletzt arbeitete sie im Corona-Testzentrum am Flughafen. Aber die Fahrzeiten waren zu lang und die Arbeitszeit am Wochenende und spätabends nichts für eine alleinerziehende Mutter.

Sie bereut sehr, dass sie als Jugendliche keine richtige Ausbildung gemacht hat, weshalb ihr die Erziehung ihrer Kinder sehr wichtig ist. Sie sollen einmal die Chance haben, etwas „Richtiges“ aus sich zu machen, Doch nun müssen sie mit allem knapp kalkulieren, auch wenn Leyla B. noch ergänzend Arbeitslosengeld bezieht. Die Sozialarbeiterin bat „Nachbarn in Not“, ein bischen zu helfen, damit die Feiertage für alle ein bischen entspannt ausfallen.

Das Budget ist knapp