Von Renate Lück

„Wenn man die Geschichten liest, denkt man sich seinen Teil und weiß, da kann man mal etwas Gutes tun“, sagt Jürgen Jassmann, Versicherungsmakler, in seinem Büro in Böblingen.

Petra und Jürgen Assmann

Seit ungefähr fünf Jahren überweist er  Spenden an die Hilfsorganisation „Nachbarn in Not“ – zuerst monatlich, später jährlich. Von befreundeten Geschäftsleuten bekam er die Idee, zu Weihnachten statt Geschenke an die Kundschaft zu verteilen, Karten zu schreiben und zu erklären, warum es jetzt keine Kalender, Kugelschreiber oder Feuerzeuge mehr gibt, sondern das Geld an Menschen geht, die es brauchen. Er hatte vorher Geschäftsführerin Brigitte Haug angerufen und sich erkundigt, wie die Finanzen von „Nachbarn in Not“ weitergegeben werden. Er will seinen Obolus lieber vor Ort unterbringen als von internationalen Organisationen weltweit. „Da weiß ich, wer es wohin gibt. Und wenn etwas schief läuft, bin ich ganz schnell bei der Zeitung und frage nach.“ Bisher musste er die Zeitung nicht anrufen.

Er kennt sich in der Stadt und der Umgebung gut aus, schließlich hat er sein Büro seit 40 Jahren in der Böblinger Altstadt und kennt auch viele Leute vom Sport. Neben dem Schrank hängen weiße Boxhandschuhe. „Ich habe in der SVB geboxt. Meine Onkel waren Profis und auch mein Cousin boxt noch. Aber meine Hobbys sind nun die Familie und das Geschäft“, sagt er lächelnd. Im Nachbarzimmer arbeitet seine Frau Petra und kommt nur mal schnell zum Foto mit vors Haus.

Da kann man mal was Gutes tun