Der Vater hat sich früh von der Familie verabschiedet und sein Sorgerecht abgegeben. Er wolle mit den Kindern nichts mehr zu tun haben. Inzwischen hat er eine neue Familie.

Hanna P. kämpfte sich allein durch mit ihren drei Kindern, die sie bald nach dem Schulabschluss bekam. Deshalb hatte sie keine Zeit für eine Ausbildung. Die möchte sie gern nachholen, traut sich aber nicht aus Angst, sie könnte es nicht schaffen. Zusammen mit der Fallmanagerin im Jobcenter sucht die betreuende Sozialarbeiterin gerade nach einer Möglichkeit, denn die Kinder sind jetzt alle in der Schule, der Älteste sogar im Gymnasium, und alle sind stabil. Der Kummer über den treulosen Vater, der sich nie nach ihnen erkundigt, geschweige denn sie unterstützt hat, ist überwunden. Sie schauen nach vorn.

Wenn sich Hanna P. aber in ihrer Küche umschaut, die sie seit zehn Jahren benutzt, wird ihr übel. Die Möbel hatten sie damals vom Vormieter übernommen. Jetzt löst sich eins nach dem anderen auf. Spüle, Kühlschrank und ein Unterschrank existieren noch, die anderen Schränke sowie die Arbeitsplatte sind kaputt, weshalb das Geschirr und die Vorräte auf dem Boden stehen. Hanna P. kann diesen Zustand kaum noch ertragen. Die Sozialarbeiterin bat deshalb „Nachbarn in Not“ um einen Zuschuss, damit ihr Selbstbewusstsein wieder gestärkt wird und die Familie zu Weihnachten backen und kochen kann.

Von Renate Lück. (Aus der SZBZ vom 22.12.2017)

Alleine mit den Kindern durchgekämpft