Nötige Ferien: aus der SZ/BZ vom 6.7.2018

Von Renate Lück

Alle Kinder freuen sich auf die großen Ferien. Aber wenn das Geld für eine Sommerfreizeit nicht reicht, sitzen sie zu Hause und langweilen sich. Die vier Kinder der Familie M., die viel Stress zu Hause erlebt haben, brauchen eine Abwechslung besonders dringend.

Die Sozialarbeiterin, die diese Familie betreut, suchte monatelang nach kostenlosen Sommerferienangeboten. Als sie wenigstens für zwei Mädchen etwas gefunden hatte und sich freute, kam die Absage. Es gäbe kein pädagogisches Personal für die traumatisierten Kinder, die zuhause selbst viel Gewalt aushalten mussten und zusahen, wie der alkoholisierte Vater die Mutter schlug. Und die Ehrenamtlichen sahen sich nicht in der Lage, damit fachgerecht umzugehen. Die Sozialarbeiterin suchte weiter und fand noch zwei Plätze, die aber Geld kosten. Geld, das die Mutter, die sich mittlerweile von ihrem Mann getrennt hat, nicht aufbringen kann.

Aber da liegen ja Anträge für „Nachbarn in Not“ im Büro. Und der Verein hat ein Herz für Kinder und hilft, dass wenigstens zwei Mädels ins Ferienprogramm kommen. Dann kann sich auch die Mutter mit den Jüngsten etwas erholen.

Abwechslung für die Kinder